15 Regeln für das Endspiel

In diesem und dem vorangegangenen Beitrag (10 Regeln für die Eröffnung) ersehen wir, welchen Wandel sich im Schachspiel der letzten 70 Jahren vollzogen haben.

15 Regeln für das Endspiel

  1. Doppelt-isolierte und blockierte Bauern sind schwach! Vermeide diese!
  2. Freibauern sind so schnell wie nur möglich vorzuziehen,
  3. Wenn du mit einem oder zwei Bauern im Vorteil bist, tausche Figuren, aber nicht Bauern.
  4. Wenn du mit einem oder zwei Bauern im Nachteil bist, tausche Bauern aber nicht Figuren.
  5. Wenn du einen Vorteil hast, lasse nicht nur Bauern an einem Flügelübrig.
  6. Wenn du nur einen Bauern mehr hast, ist das Spiel in 99 von 100 Fällen remis, wenn nur noch Bauern auf einer Seite des Brettes vorhanden sind.
  7. Die am leichtesten zu gewinnenden Endspiele sind reine Bauernendspiele.
  8. Die am leichtesten remis zu machenden Endspiele sind solche mit ungleichen Läufern.
  9. Der König ist eine starke Figur: Verwende ihn!
  10. Stelle nicht deine Bauern auf Felder von der Farbe deines Läufers.
  11. Läufer sind stärker als Springer in allen Fällen,jedoch ausschließlich in Stellungen mit blockierten Bauern.
  12. Zwei Läufer gegen Läufer und Springer bilden einen fühlbaren Vorteil.
  13. Freibauern werden blockiert durch den König; die einzige Figur, die bei der Bewqachung eines Freibauern in ihrer Wirkung nicht behindert wird,ist der Springer.
  14. Ein Turm auf der siebenten Reihe ist ein ausreichender Ausgleich für einen Bauern.
  15. Türme gehören hinter die Freibauern. (von Reuben Fine „Basic Chess Endings“ in Schachspiegel Nr.3 von 1948 Seite 26/27)

Reuben Fine, geb. 11.10.1914, gest.26.03.1993 war amerikanischer Schachspieler und Psychoanalytiker. er nahm an mehrerer Schacholympiaden und hoch dotierten Turnieren erfolgreich teil. Er verzichtete auf die Teilnahme an der Schachweltmeisterschaft 1948. Botwinnik wurde Weltmeister vor Smyslow, Keres und trat das Erbe Aljechins an.